Boofen in der Sächsischen Schweiz

Für viele Schüler ist das jährlich stattfindende Boofen ein ganz besonderer Höhepunkt

Das Geschirr mit feuchtem Sand reinigen, weil Wasser zu kostbar ist und die Brombeerblätter für den Tee selbst frisch pflücken. Das sind Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche heute in unserer durchorganisierten und zivilisierten Welt kaum noch machen.

Vier Tage lang lebten 15 Schüler der Freien Schule Leipzig begleitet von vier Erwachsenen in einer Höhle auf Sand und Asche. In greifbarer Nachbarschaft zu Bäumen, Vögeln und anderen Waldbewohnern. Nach und nach passten sich alle dem Rhythmus der Natur an. Obwohl es in den Nächten relativ kalt war und auch mehrfach regnete, waren alle sehr zufrieden. Gemeinsames Singen zur Gitarre und Vorlesen am Abend gehörten ebenfalls dazu wie Wanderungen, Bogenschießen und Klettern.

Eine beinahe surreale Begegnung gab es beim Besuch einer nahe gelegenen Stadt. Im Souvenir-Shop zwischen Taschenmessern mit Griffen aus Bockshornimitat und Plastik-Nippes made in China trafen die „Höhlenbewohner“ mit ihren erdfarbenen Händen und staubigen Gesichtern auf ganz „normale“ Touristen. Die reagierten zuerst verwundert, aber einige meinten dann wehmütig anerkennend: „Dass es so was auch noch gibt!“

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