Franziska Helmbold

Eigentlich wollte ich nie Lehrerin werden, obwohl meine Mutter mir diesen Beruf immer empfohlen hat (sie war selbst Lehrerin). Ich habe Biologie (Diplom) studiert, weil mich dieses Thema in der Oberstufe so interessiert hat und ich auf diesem Weg versuchte herauszufinden, wie wir Menschen denken und handeln, meditieren und sehen, wahrnehmen, lernen und lieben. Ich versuchte es immer auch auf anderen Wegen als auf dem wissenschaftlichen. Während des Studiums kamen meine beiden Jungs zu uns und die Frage ließ sich noch einmal neu angehen: durch intensive Beobachtung der Kinder.

Inzwischen bin ich mit meinem 5. Kind in Elternzeit. Oft werde ich gefragt, wie ich das alles schaffe. Ich habe das Glück, sehr ruhig zu sein und Dinge gut organisieren zu können. Ich denke, dass man selbst in der Hand hat, wie es einem geht, wie man den Tag erlebt, wie man sich beeinflussen lässt, wie man lebt.

In der Freien Schule Leipzig habe ich die Möglichkeit, meine Fähigkeiten und Ideen so einzusetzen, wie ich es mir vorstelle – und sie ständig zu verbessern und zu erweitern. Die Schule ist wirklich ein Ort zum Lernen, für jeden Beteiligten. Auf persönlicher, zwischenmenschlicher, organisatorischer, intellektueller oder emotionaler (es gibt sicher auch noch andere Ebenen!) Ebene. So sollte es sein und deswegen liebe ich diese Schule!

Ich bin also doch Lehrerin geworden (nur nicht so eine, wie ich sie kannte)! Aber dass es so viel Spaß machen kann, hatte ich lange nicht gedacht. Ich entdecke und suche gern neue Themen oder Materialien und gebe die Begeisterung an andere weiter, ich liebe den Kontakt zu den Schülern und Erwachsenen und ich überlege und arbeite gerne bei den anderen Teamaufgaben mit. Meine Interessen sind vielfältig, aber zum großen Teil sind meine Aufgaben Biologie oder Naturwissenschaften und die Beziehungsarbeit. Was ich sonst gerne mache: z.B. Zuhören, Musik machen, in Konzerte gehen, Handarbeit, Kochen, Diskutieren, Ausflüge machen und Spielen.